Unterwegs in Korsika

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Sipiontour - Vom Norden in den Süden

Camping Chez Antoine

Camping Chez Antoine

Auch uns zieht es in den Sommer monaten mal aus der Schweiz. So ist das Reiseziel für dieses Jahr die Insel Korsika. Schon viel haben wir über diese Insel gehört; Barbaren, unfreundliche Leute, Überfälle, mit dem Wohnmobil nicht machbar, wunderschön, einmalige Badestrände usw. Wir wollen dies selber erleben und machen uns auf die Reise!

Mit dem Autozug werden als Erstes die Alpen durchquert. Autozug durch die Alpen, hähhhh? Schon mehrfach wurden wir auf diesen Autozug angesprochen. In den Sommermonaten kann man direkt von Kandersteg im Berner Oberland nach Iselle in Italien fahren. Dadurch können wir jeweils den Stau am Gotthard umgehen und von Iselle ist man relativ rasch auf der Autobahn Richtung Milano.

In einer Nachtfahrt über Genua erreichen wir um ca. 01.00 Uhr den Hafen in Livorno. Die Einschiffung beginnt um 06.00 Uhr und richtige Berge im Weg. Nun ja, eine Insel muss nicht immer zwingend «flach» sein.

Der erste Übernachtungsplatz, www.campinglebodri.com, wird angesteuert. Der Platz liegt ca. 1,5 Kilometer von Ile-Rousse und 20 Kilometer von Calvi entfernt. Fast mitten durch den Platz fährt eine Eisenbahn, hat Charme (also die fährt jetzt nicht so häufig). Es hat eine Haltestelle und man kann mit dem Zug direkt in die beiden Städte fahren, mal links, mal rechts.

Das eigentliche Highlight an diesem Platz ist aber der Strand. Unter der Bahn hindurch erreichst du nach ca. 200 Metern einen Karibikähnlichen Sandstrand. Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

Heute wird Ile-Rousse erkundet! Und immer wieder sind wir von der Anschaffung Camping Chez Antoine so bekommen wir auf dem Hafengelände noch eine Mütze voll Schlaf.

Da wir nicht das erste Mal in Livorno einschiffen, sind wir schon fast im Ferienmodus. «speedy» wurde in der Garage der Fähre parkiert, Lesestoff und Verpflegung gepackt und ab aufs Oberdeck. Sitzgelegenheit ergattert und nun geniessen wir schon mal einen ersten Sonnenaufgang.

Nach 4,5 Stunden fahren wir in Bastia von der Fähre. Die Stadt lassen wir erst mal links liegen und fahren direkt Richtung Nordküste. Direkt, hmmm, da stehen ja unseres Kastenwagens begeistert. Da fährst du einfach in die Stadt rein, stellst den Kasten an den Strassenrand und gehst auf Sightseeing.

Unsere Reise geht weiter. Das Ziel ist Calvi, immerhin 25 Kilometer von Ile-Rousse (smile). Um Calvi zu besichtigen, haben wir unser Lager auf dem Camping La Pinede, www.camping-calvi.com, aufgeschlagen. Der Platz liegt am Stadtrand von Calvi und hat einen Pool. Auch hier kein Problem, einen freien Stellplatz zu bekommen. Heute war Silvio mit Kochen dran; also auf nach Calvi und ein feines Restaurant suchen (bezahlt wird vom Koch, hi, hi).

Calvi ist sehr sehenswert und sollte bei einem Besuch auf Korsika sicher auf der To-do-Liste stehen. Die Leute lachen, sind lustig und geniessen das Leben. Vor dem Nachtessen wurde noch der Stadthügel, oder wie er auch immer heisst, erklommen. Als Belohnung gibt es eine wunderbare Rundsicht.

Am Abend beim Absacker wurde der weitere Verlauf unserer Reise besprochen. Oha, Pia hat sich schlau gemacht und recherchiert; sie erzählt da irgendwas von Fangotal und Badegumpen. Hmmm, was wohl damit gemeint ist? Silvio kontaktiert vorsichtshalber schon mal Google Maps und ...

Die Reise geht weiter von Calvi ins Fangotal. Hier soll es unzählige Badegumpen geben und eine Wanderung entlang des Flusses soll ebenfalls abenteuerlich sein.

Der letzte Kilometer der Anfahrt auf den Stellplatz Galeria in Tuarelli ist nichts für grosse Wohnmobile und Wohnwagen. Es muss eine schmale Brücke überquert werden und die Stellplätze sind zum Teil unter tiefen Bäumen. Der Platz hat wahrscheinlich schon bessere Zeiten erlebt. Aber wenn ihr autark seid und ein eigenes WC dabei habt, ist dies ein Hotspot!

Es geht auf Erkundungstour. Von unserem Stellplatz sind wir nach wenigen Metern an einem Top-Badeplatz. Einfach unglaublich, fast schöner als am Meer.

Wir waren völlig fasziniert vom Fangotal. Falls ihr mal auf Korsika seid, besucht dieses Tal. Für uns ging es aber weiter, denn jetzt begann der Spass für den «Driver». Unsere Reise ging in Richtung Calanche. Dort sollen ja anscheinend die Strassen ganz schön eng sein. 

Wir beschlossen, noch dem Städtchen Porto einen Besuch abzustatten, und übernachteten auch gleich auf dem dortigen Campingplatz www.funtanaalora.fr.

Treppe des Königs von Aragon.

Porto ist doch schon recht touristisch. Von hier aus werden unzählige Bootstouren in der Umgebung angeboten. Wir schlenderten durchs Städtchen, gingen uns noch schnell abkühlen und genossen das Dolcefarniente. 

Der Campingplatz liegt etwas oberhalb von Porto, gefiel uns aber sehr gut. Er hat einen Pool und in der Nähe gibt es ebenfalls Badegumpen (ist dies jetzt ein neues Hobby von SiPionTour?).

Die Calanche warten! Viel haben wir darüber gelesen; zu eng, um mit dem Wohnmobil zu fahren, stundenlange Staus, viel Verkehr ... Nun ja, wir wollten dies selber erleben. So sind wir mit gemischten Gefühlen in Porto los.

Was für ein Erlebnis! Silvio bekommt noch heute leuchtende Augen, wenn er an die  Calanche denkt. Die Strasse ist absolut fahrbar, uns kamen sogar Reisebusse entgegen. Gut, rückwärtsfahren sollte man(n) schon beherrschen. Aber an der Gegend konnten wir uns fast nicht satt sehen.

Und immer wieder diese Ausblicke! So langsam ging es wieder zurück ins Flachland. Korsika ist ja alles andere als flach. 

Innerhalb von wenigen Kilometern ist man wieder an einem Berg oder am Meer. So haben wir nach dieser schweisstreibenden Fahrt den Strand von Cargese angesteuert. Hier stehen viele Camping-Verbotsschilder, aber wenn man höflich fragt und etwas konsumiert, kann immer parkiert werden.

Über unsere Social-Media-Kanäle haben wir einen Tipp für den Campingplatz Chez Antoine in Olmete (ca. 6 km von Propriano entfernt) erhalten. Die Einrichtungen sind einfach, aber zweckmässig, wie fast überall in Korsika. Die WC- und Duschanlagen haben wir immer sehr sauber vorgefunden. 

Eine Homepage hat der Platz nicht, da er wahrscheinlich von reiner Mundpropoganda lebt. Uns gefiel es jedenfalls so gut, dass wir beschlossen, länger hier zu bleiben. Unsere Essensvorräte neigten sich langsam dem Ende zu (ja, wir wissen: immer nachbunkern) und am Platz selber hatte es keine Möglichkeit einzukaufen.

So hat Silvio mal den IO Hawk gesattelt und ist auf die Suche nach einem Einkaufsladen. Ca. 2 Kilometer vom Platz entfernt gibt es eine Einkaufsmöglichkeit, dem Schreibenden hat es aber so gut gefallen, da ist er gleich mal 7 Kilometer bis Propriano gefahren. Ist ne tolle Tour (alles der Hauptstrasse entlang, smile).

Wir pflegen eine Tradition: Einmal pro Reise gibt es ein Fondue, FIGUGEGL. Und Traditionen sind da, um weitergeführt zu werden. Selbstverständlich geniessen wir ebenfalls die einheimische Küche. An diesem Ort erschien uns der richtige Zeitpunkt, um dies zu zelebrieren.

Wir genossen eine wunderbare Zeit an diesem schönen Flecken Erde. Eigentlich willst du hier gar nicht mehr weg, aber die Insel wollte ja weiter erkundet werden. Unser nächstes Ziel, Bonifacio, wurde angesteuert. Darüber werden wir aber zu einem späteren Zeitpunkt berichten ... SiPionTour 

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