WohnmobilDinner in Rona

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Rolf Järmann - Kurzfristig haben wir zwischen Weihnachten und Neujahr vier Tage frei, und da das Wetter gar nicht so schlecht ist, wollen wir in den Schnee. Die Frage ist nur, wohin? In der Hochsaison sind wir bisher noch nie verreist und die Alternativen dieses...

Kurzfristig haben wir zwischen Weihnachten und Neujahr vier Tage frei, und da das Wetter gar nicht so schlecht ist, wollen wir in den Schnee. Die Frage ist nur, wohin? In der Hochsaison sind wir bisher noch nie verreist und die Alternativen dieses Jahr sehen ja auch nicht so rosig aus. Aber wir könnten ja diese Tage langlaufen gehen. Also die Schweizer Stellplätze durchgehen und schauen, wo man denn auch langlaufen könnte und wo es Schnee hat.

Die Suche spuckt zehn Plätze aus, aber extra ins Welschland wollen wir nicht, also bleiben sechs übrig. Bei den Resultaten sticht mir der Platz in Rona ins Auge. Schon dutzende Male sind wir am Julierpass daran vorbeigefahren und immer haben wir gedacht, dort müssen wir mal hin. Das ist jetzt die Gelegenheit. Für uns stechen grad zwei Vorteile ins Auge: Auf dem Weg dorthin passieren wir die LPG-Tankstelle der Raststätte Viamala, 

denn wir brauchen unbedingt noch Gas, und der andere Vorteil wäre eine Alternative in Bivio, falls der Platz voll ist.

Also packen wir unser Knutschi, Langlaufausrüstung einladen, die Winterfelle für die Campingstühle auch, Wasser auffüllen. Aber jetzt haben wir ein Problem: Da wir kein Gas mehr haben, können wir unser Knutschi nicht heizen, und wenn es in der Garage zu kalt ist, öffnet sich das Entleerungsventil des Boilers, das wir bei der Kälte nicht mehr schliessen können. Heizen können wir wegen des fehlenden Gases auch nicht. Also fahren wir ohne Wasser los, das heisst, wir fahren los und haben in Kürze kein Wasser mehr…

Es ist auf der Autobahn saukalt, und als wir in Thusis bei der Raststätte ankommen, frösteln wir immer noch. Bei der LPG-Säule stoppen und ab zum Bezahlautomat. Der Automat akzeptiert keine Kreditkarten, keine einzige funktioniert. Haben wir kein Geld mehr? Aber auch die anderen Autofahrer stehen ratlos herum, nichts funktioniert. Und die Innenräume der Raststätte sind wegen des sonntäglichen Lockdowns geschlossen, auch kein Personal weit und breit. Ohne Gas können wir aber unmöglich weiter!

Und dann komme ich als super genialer Kopf mit der Idee des Jahres: Ich könnte am Geldautomaten Bargeld beziehen und die Tanksäule damit füttern und überlisten! Drei Minuten später sind wir die Ersten, die dort wieder Treibstoff beziehen können, und meine geniale Idee wird danach von den andern Autofahrern mehrfach kopiert und alle sind glücklich.

So treffen wir dann endlich in Rona ein, stellen unser Knutschi in den Schnee und organisieren zuerst einmal Wasser. Wir haben es nun drinnen kuschelig warm und das Boilerventil lässt sich wieder schliessen. Da der Aussenwasserhahn des Stellplatzes bei dieser Kälte eingefroren ist, füllen wir den Tank mit einigen Giesskannen voll Wasser aus der Küche.

Und dann endlich packen wir unsere Skatingskis und laufen die 100 m zur Loipe. Sie ist in einem Top-Zustand schön über die Fläche gezogen, die perfekte Topografie für uns nicht wirklich Trainierte. Wir geniessen die Stunde an der Sonne auf den Langlaufskis und sind so richtig glücklich.

Die Möglichkeiten direkt vom Platz weg sind wirklich erstklassig. Der Winterwanderweg startet vor dem Wohnmobil. Unsere Nachbarn kommen mit ihrem Hund von einer Schneeschuhwanderung zurück und gleichzeitig bereitet sich der Kastenwagenfahrer auf der anderen Seite auf die morgige Skitour vor. Schade nur, dass das Restaurant geschlossen ist, aber dazu gibt es nun halt keine Alternativen. Wobei, Monica erklärt mir kurze Zeit später, dass sie uns mit WohnmobilDinner auch in unserem Womo verwöhnen. Wir müssten nur aus der Speisekarte unsere Wünsche für morgen zusammenstellen und sie würden uns dann das feine Essen so herrichten, dass wir im Womo essen könnten. Super Idee, und so bestellen wir für morgen zwei Lasagne.

Anterntags sind wir wieder auf den Langlaufskis und machen nachmittags einen kleinen Spaziergang Richtung Savognin. Die Gegend ist herrlich, aber ganz schön kalt. Dadurch knirscht aber der Schnee unter den Schuhen so richtig schön und wir freuen uns immer mehr auf das Abendessen und sind gespannt, was uns erwartet.

Pünktlich um halb sieben klopft es an der Tür und Monica steht mit zwei dampfenden Gratinformen auf dem Tablett vor unserem Womo. Ist das herrlich, an so einem kalten Tag zwei heisse Lasagne frisch aus dem Ofen zu schlemmen, einen guten Tropfen Wein im Glas und dies alles in unserem Womo!

Die vier Tage vergehen wie im Flug und wir bewegen unser Womo nicht vom Fleck. Gehen langlaufen, duschen in der zur Verfügung gestellten Dusche, bestellen jeweils Brötchen für den nächsten Morgen und geniessen einfach den Schnee. Nur die Campingstühle brauchen wir nur kurz, draussen ist es einfach zu kalt!